18. Mai 2019
9.00 - 16.00 Uhr

Referentin:
HP Petra Maria Quack, Gmund am Tegernsee

Thema:
Systemerkrankung Trauma

Vortragsbeschreibung:

Chronische Belastungsstörungen - die psychischen und physischen Langzeitfolgen (PTBS) einer Traumatisierung.

Unser Alltag ist überfüllt mit Berichten über traumatisierende Ereignisse:

•    Naturkatastrophen
•    Kriege, Kriegserlebnisse, Flucht und Vertreibung
•    Terroranschläge
•    Entführung, Geiselnahme
•    Lagerhaft, politische Haft, Folter
•    Diskriminierung, Verfolgung, Ausgrenzung
•    Mobbing, Erniedrigung
•    Missbrauch, Vergewaltigung
•    Kindesmissbrauch, Kindesmisshandlung, Kindstötung
•    …

Die unmittelbare Folge einer Traumatisierung ist die verminderte Fähigkeit der Stressregulation. Der gesamte Organismus befindet sich im Sympathikotonus (Ausnahmezustand) und einer daraus resultierenden stark herab gesetzten Vagus-Regulation. Körper und Psyche finden nicht mehr zur Ruhe, die natürliche und notwendige Entspannungs- und Regenerationsfähigkeit fehlt, Immunsystem und die Selbstheilungskräfte sind blockiert.
Auch wenn das traumatisierende Ereignis längst aus dem Bewusstsein verschwunden ist, führen unterschiedlichste Symptome zu Regulationsstörungen im gesamten System*. Viele dieser Symptome sind die Folge einer Traumatisierung, aber weder die Betroffenen noch die Behandlerinnen oder Therapeutinnen können den Zusammenhang erkennen.


Beispielsweise kommt es zu Dysregulation im:

•    Zentralen und vegetativen Nervensystem
•    Herz-Kreislauf-System
•    Hormonsystem
•    Verdauungsapparat
•    Stoffwechselsystem
•    Fasziennetz
•    Atmungssystem

Wenn Sie mit Ihrem naturheilkundlichen Ansatz eine Erkrankung ganzheitlich behandeln und irgendwann merken, dass die Patientin nicht gesund werden will, immer wieder mit derselben oder ständig wechselnden Erkrankungen in Ihre Praxis kommt und es nicht besser wird, egal wie sorgfältig Sie arbeiten, sollten Sie als Ursache eine Traumatisierung in Betracht ziehen. Kommen Sie mit Ihrer Behandlung in den Bereich der verdrängten/abgespaltenen Trauma-Gefühle, gerät das gesamte System in Stress und verschließt sich unter Umständen erneut - eine Therapieblockade entsteht und /oder verstärkt sich.

Beispiele für chronische Langzeitfolgen einer Traumatisierung:

•    Konzentrationsstörung
•    Reizbarkeit
•    Herzrasen
•    Erhöhte Schreckhaftigkeit
•    Angespannte Wachsamkeit
•    Verspannungen
•    Kopfschmerzen
•    Schlafstörungen
•    Erschöpfungssyndrom
•    Immunschwäche
•    Neuralgien
•    Entzündungen
•    Darmerkrankungen
•    Angststörung
•    Essstörung
•    Suchtverhalten
•    Verhaltensauffälligkeiten
•    Depressionen

Ich arbeite seit 17 Jahren in eigener Praxis mit traumatisierten Patientinnen. In dieser Zeit habe ich verschiedene Traumatherapie- und Gruppentherapiekonzepte entwickelt. Ich möchte in diesem Seminar Ihr Interesse / Bewusstsein für das Thema – Systemerkrankung Trauma wecken und Ihnen ein ganzheitliches Verständnis über Entstehung und Langzeitfolgen von Traumata vermitteln.

*Als System bezeichne ich das Zusammenspiel aller menschlichen Funktionen: Organismus, Bindegewebe, Faszien, Skelett, zentralen und vegetativen Nervensystem, Stoffwechsel, Verdauung, Hormonsystem, biochemischen Prozessen, bioelektrischen Prozessen, Gefühle, Gedanken, Verhalten, Überzeugungen, Haltung und des Milieus in dem der Mensch sich aufhält / befindet.

Themen im Überblick

Was ist Trauma?

•    Definition
•    System
•    Überlebensstrategien

Welche Traumata kennen wir:

•    Bindungstrauma / Symbiosetrauma
•    Bindungssystemtrauma
•    Verlusttrauma
•    Existenztrauma
•    Transgenerationale Traumatisierung
•    Historische Traumata

Was ist ein Symbiosetrauma?

•    Entstehung und Folgestörungen

Symbiotische Verstrickungen:

•    Definition und Belastung im Alltag (Familie, Beziehung, Beruf, …)

Trauma bedingte Spaltungen:

•    Definition und Trigger im AlltagDie Auswirkung von Trauma auf die Atmung:
•    Chronische Kontraktion der Atmung

Trauma - Folgestörungen und Symptome:

•    Akute und chronische Erkrankungen, psychische Belastungsstörungen (PTBS)

Trauma im Praxisalltag:

•    Welche Symptome sollten Sie dazu veranlassen eine Traumatisierung in Betracht zu ziehen.
•    Diagnose und Therapie