Bund Deutscher Heilpraktiker und
Naturheilkundiger e.V.

BDHN-Nachrichten Juli/August/September 2017

 

Aktuelle Information

Liebes Mitglied,

wer in den letzten Tagen die Nachrichten verfolgt hat, dem wird nicht entgangen sein, dass der s.g. Münsteraner Kreis das "Münsteraner Memorandum Heilpraktiker" veröffentlicht hat. Die Veröffentlichung erfolgt im Deutschen Ärzteblatt (https://www.aerzteblatt.de/down.asp?id=19264), dem Sprachrohr der Ärzteschaft in Deutschland. Der Münsteraner Kreis besteht aus Ärzten, Zahnärzten, Wissenschaftlern, Hochschullehrer, Juristen usw. Die Heilpraktikerschaft ist dort - soweit ersichtlich - nicht vertreten. Das Memorandum sieht in dem Beruf des Heilpraktikers - so lesen wir das Papier - eine Gefahr für die Volksgesundheit und plädiert entweder für eine s.g. Kompetenzlösung, d.h. die Überführung der Heilpraktiker in einen s.g. "Fach-Heilpraktiker", der eine staatlich geregelte Ausbildung in einem staatlich geregelten Heilberuf hat und sich " auf Fachhochschul-Niveau" entsprechend weitergebildet hat oder die Abschaffungslösung, die den Heilpraktikerberuf - wie der Name bereits nahelegt - komplett abschafft. Dies soll nach Ansicht des Münsteraner Kreises dem Patientenschutz dienen.

Wir möchten Sie ausdrücklich anregen, das Memorandum zu lesen und sich mit den dortigen Thesen auseinanderzusetzen. Ebenfalls regen wir an, die Stellungnahme von Rechtsanwalt unseres Partnerverbandes Freie Heilpraktiker e.V. Dr. René Sasse zu diesem Memorandum zu lesen (aufrufbar unter http://www.heilpraktikerrecht.com/wp-content/uploads/2017/08/20170821-Kurzgutachten-HP-Recht-signed.pdf).

Der BDHN möchte folgende Anmerkungen zu diesem Memorandum ausführen:

1. Die Kritik am Heilpraktikerberuf ist nicht neu, auch die Forderung nach einer kompletten Abschaffung wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach geäußert. Die Heilpraktikerschaft hat in der Vergangenheit also gelernt, mit solchen "Angriffen" umzugehen. Die großen Heilpraktikerverbände sind in der Lage, sich medial, politisch und juristisch einzubringen und sich für den Heilpraktikerberuf stark zu machen. Auch der BDHN als Ihr Verband wird alles dafür tun, um den Heilpraktikerberuf auch in Zukunft zu erhalten.

2. Das Münsteraner Memorandum geht an diversen Stellen von unzutreffenden (1) rechtlichen und (2) medizinischen Voraussetzungen aus. So wird dort etwa ausgeführt, dass der Heilpraktiker "eine minimalistische Prüfung" bestehen muss, um Heilpraktiker zu werden. Wie Ihnen allen bekannt ist, ist die Heilpraktikerüberprüfung durch die Gesundheitsämter sehr komplex, die Vorbereitung hierauf ist mit einem hohen Aufwand verbunden. Durchfallquoten von etwa 70% - 90% sind keine Seltenheit. Eine solche Prüfung als "minimalistisch" zu bezeichnen, stößt auf Verwunderung.

3. Das Thesenpapier geht vom schulmedizinischen, d.h. evidenzbasierten Heilungskonzept aus. Das ist zunächst nicht falsch, allerdings wird so bereits in der Grundannahme davon ausgegangen, dass sämtliche anderen Heilungskonzepte, welche nicht evidenzbasiert sind, per se falsch sein müssen. Wie der BDHN in seiner Stellungnahme vom 08.12.2016 (http://www.bdhn.de/fileadmin/News_2016/Schr_an_Patienten.pdf) ausdrücklich klargestellt hat, hat die Naturheilkunde nicht das Ziel, eine Konkurrenz zum Arztberuf zu sein, sondern dient der Ergänzung der Schulmedizin. Soweit ersichtlich, ist das auch der Standpunkt der anderen großen Heilpraktikerverbände.

4. Das Memorandum geht davon aus, dass Patienten, welche sich von einem Heilpraktiker behandeln lassen, dies entweder aus Unwissenheit tun oder sich "falschen Versprechungen" hingeben. Das mag es durchaus geben. Sie werden es aus Ihrer Praxiserfahrung aber wissen: Die ganz große Mehrheit der Patienten sucht den Heilpraktiker als eine echte Alternative zur Schulmedizin auf, wohl wissend, dass die dort angebotenen Konzepte eben nicht evidenzbasiert im Sinne der Schulmedizin sind. Oftmals haben gerade solche Patienten sämtliche Möglichkeiten der Schulmedizin ausgeschöpft, ohne dass sich eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ergeben hat (etwa bei chronischen Krankheiten). Der Weg zum Heilpraktiker erfolgt daher gerade, weil Patienten eine Alternative zur Schulmedizin suchen und nicht - wie das Memorandum suggeriert - obwohl die Schulmedizin "bessere" Lösungen bietet. Es mag im Einzelfall Fälle geben, wo Heilpraktiker die Grenzen der Naturheilkunde nicht beachten und Patienten damit Schaden zufügen. Solche Heilpraktiker haben jedoch keinen Rückhalt in der Heilpraktikerschaft und solche Berufsverfehlungen können vom zuständigen Gesundheitsamt bzw. den Strafverfolgungsbehörden geahndet werden.

5. Der BDHN geht nicht davon aus, dass vor den Wahlen am 24.09.2017 eine große Rechtsänderung ergibt. Das Memorandum möchte möglicherweise das "Sommerloch" ausnutzen, um für dass eigene Anliegen zu werben. Auch danach rechnen wir nicht damit, dass ein derart großer Einschnitt in den Heilpraktikerberuf erfolgen wird, wie vom Memorandum gefordert. Der Beruf des Heilpraktikers ist durch Art. 12 Grundgesetz geschützt, eine Abschaffung wäre erheblichen rechtlichen Bedenken ausgesetzt.

6. Die Abschaffung des Heilpraktikerberufs würde nicht dazu führen, dass das Bedürfnis nach Naturheilkunde bei den Patienten von einem Tag auf den anderen "verschwindet". Nur wäre es für den Staat wesentlich schwieriger zu kontrollieren, wer wo und wie naturheilkundlich tätig ist. Die Heilpraktikerschaft und die Millionen Patienten würden damit faktisch in die Illegalität gedrängt werden. An diesem Rechtszustand kann der Staat nicht ernsthaft ein Interesse haben.

7. Wir möchten vor dem Hintergrund der Bundestagswahl aber anregen, dass Sie Ihre Wahlentscheidung zum Deutschen Bundestag am 24.09.2017 auch im Hinblick darauf treffen, was die Partei für den Heilpraktikerberuf vorsieht. Da der BDHN politisch neutral ist, werden wir an dieser Stelle ausdrücklich keine Wahlempfehlung abgeben. Bitte behalten Sie aber im Hinterkopf, dass Sie mit Ihrer Wahlstimme auch eine Entscheidung für oder gegen den Heilpraktikerberuf treffen.

Kollegiale Grüße

Marianne Semmelies
1. Vorsitzende des BDHN e.V.

Berufspflichten für HP

Kommen Sie Ihrer Verpflichtung zur Patientenaufklärung und –information nach?
Wie gewissenhaft verläuft Ihre wirtschaftliche Aufklärungspflicht und die Sicherungsaufklärung?
Wann handelt es sich um Arztvorbehalte – wann um Tätigkeitsverbote?
Gibt es in der Kollegenschaft noch eine/n HeilpraktikerIn ohne Berufshaftpflichtversicherung?
Was wissen Sie über den Datenschutz und die Schweigepflicht?
Inwieweit greift die Fortbildungspflicht für HP?
Wie steht es um die Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten, auch um Einsichtsrechte aus?
Kennen Sie das aktuelle Infektionsschutzgesetz?
Wann sind Sie verpflichtet, Ihren Patienten weiter zu verweisen?
Diese wichtigen Informationen und noch Vieles mehr, was Sie als HeilpraktikerIn wissen müssen, finden Sie stets in aktueller Version im e-book von Dr. Réne Sasse, Rechtsanwalt. Den Zugang zu diesem e-book erhalten Sie von der Geschäftsstelle Ihres Berufsverbandes BDHN e.V.:
E-Mail: sekretariat@bdhn.de
Tel. 089/601 84 29
Fax 089/601 79 13
In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf die Kommentare zu den politischen Aktualitäten im Heilpraktikerberuf aufmerksam machen. Auch hierzu finden Sie auf www.heilpraktikerrecht.com , dem Online-Portal die Brisanz für Interessierte.

BDHN-Stammtisch 08. Sep.’17

Am Freitag, den 08. September 2017 findet wieder unser BDHN-Stammtisch statt. Wir treffen uns um 17.30 Uhr im Restaurant des Eden-Hotel-Wolff, direkt am Hbf in München (Rembrandtzimmer).
Der Stammtisch ist eine gute Gelegenheit, sich kollegial auszutauschen.
Wegen der Bereitstellung des Raumes bitten wir Sie dringend und möglichst zeitnah um Ihre formlose Anmeldung:
E-Mail: sekretariat@bdhn.de,
Fax: 089/601 7913, Tel.: 089/601 84 29

Achtung: Gewerbeverzeichnis

!!! Prüfung vor Unterzeichnung !!!
Derzeit bekommen wieder einmal viele Praxisinhaber ungefragt ein Fax zum Eintrag ins Gewerbeverzeichnis. Sie werden aufgefordert, Ihre praxisrelevanten Daten für die korrekte Veröffentlichung im Gewerbeverzeichnis auf ihre Richtigkeit ggf. zu korrigieren oder zu ergänzen. Anschließend sollen Sie bei Annahme des Angebots diese Offerte an die oben aufgeführte Faxnummer zurücksenden. Die Rücksendung erfolgt nach Rumänien.
Der Grundeintrag in das Gewerbeverzeichnis kostet mtl. 66 €. Mit dem unterschriebenen und per Fax versandten Vertrag verpflichten Sie sich für zwei Jahre. Dieser Vertrag verlängert sich um ein weiteres Jahr, wenn Sie nicht 3 Monate vor Ende der Vertragslaufzeit schriftlich kündigen. Bitte prüfen Sie dieses Angebot sorgfältig, bevor Sie evtl. ungewollt einen Vertrag eingehen, der Sie mind. 1.584 € kostet!

Privatrezept

Leider werden Privatrezepte häufig und immer noch falsch, bzw. unzureichend ausgestellt. Eine Kollegin und Apothekerin schrieb uns folgendes:
Laut Arzneimittelverschreibungsordnung (AMVV) gibt es einige Dinge beim Ausstellen des Rezeptes zu beachten:
Name des Heilpraktikers
Berufsbezeichnung
Anschrift
Ausstellungsdatum
Name des Arzneimittels
Darreichungsform (Tbl., Tr., ...)
Menge, bzw. Pachungsgröße (N1 – N3, wobei N1 der kleinsten und N3 der größten Packung entspricht)
Name des Patienten
Geburtsdatum des Patienten
Unterschrift des Heilpraktikers

Heilpraktiker und Recht –

Hätten Sie es (noch) gewusst?
Wie kaum ein anderes Gebiet ist der medizinische Bereich in Deutschland sehr stark reglementiert. Das Medizinrecht umfasst sämtliche Bereiche, die Angehörige von medizinischen Berufen bei der täglichen Arbeit beachten müssen. Als Heilpraktiker ist man von den Regelungsmaterien ebenso betroffen, wie etwa der Arzt, Zahnarzt und andere Heilberufe. Neben dem Berufsrecht (HeilpraktikerG sowie die HeilpraktikerG DVO) muss der Heilpraktiker bei seiner Berufsausübung zahlreiche andere Rechtsnormen beachten, etwa das BGB, das IfSG, das HWG, das AMG usw. Hinzu kommen Regeln, welche die Rechtsprechung für medizinische Berufe entwickelt hat.
Obwohl man sich als Heilpraktiker in der Regel nicht gerne mit rechtlichen Fragen der Berufsausübung befasst, ist es gerade als Heilpraktiker besonders wichtig, wenigstens die rechtlichen Grundlagen zu kennen, welche für die Berufsausübung wichtig sind. Grund hierfür ist, dass Personen im medizinischen Bereich stets eine sehr haftungsträchtige Tätigkeit ausüben. Beim Heilpraktiker kommt hinzu, dass dieser bei der Berufsausübung einerseits frei in der Wahl der Therapieform ist, andererseits aber zahlreichen Beschränkungen unterliegt.
Das Seminar dient dazu, sich die rechtlichen Grundlagen des Heilpraktikerberufes vor Augen zu führen. Themen sind u.a. das Berufsrecht der Heilpraktiker, die zivilrechtliche Beziehung zwischen Heilpraktiker und Patient, die Tätigkeitsverbote für den Heilpraktiker u.a. Sie erhalten ein umfangreiches Skript zur Veranstaltung.
Ziel des Seminars ist es, Sie für die Probleme, die in der Praxis auftreten können, zu sensibilisieren und Ihnen Ratschläge an die Hand zu geben, wie Sie rechtliche Probleme möglichst bereits im Vorfeld vermeiden können.
Nehmen Sie die Gelegenheit wahr, sich mit den rechtlichen Grundlagen Ihres Berufs auseinanderzusetzen, auch wenn die Thematik auf den ersten Blick trocken und langweilig erscheint.
Der Referent, Michael Dligatch, ist Rechtsanwalt in München und befasst sich in seiner Kanzlei u.a. mit dem Heilpraktikerrecht. Der Vortrag basiert auf einer Vorlesung an einer Hochschule und behandelt die wichtigsten Themen der Berufsausübung der Heilpraktiker. Dieses kostenlose Seminar für Mitglieder des BDHN e.V. findet am Mittwoch, den 11.10.2017 im OSZ, Weiglstr. 9
von 10.00 – 17.00 Uhr statt.
Bitte melden Sie sich umgehend an, da wir eine begrenzte Teilnehmerzahl einhalten müssen!

Fehler beim Umgang mit dem GebüH vermeiden

Die Abrechnungsfragen häufen sich. Bitte beachten Sie, dass das letzte Seminar hierzu in diesem Jahr am Freitag, den 01. Dezember von 15.00 – 19.00 Uhr stattfindet!

Fachfortbildung in München

Sehr geehrtes Mitglied,

wir laden Sie zur nächsten monatlichen Fachfortbildungsveranstaltung ein

Themen:

A) Das ist Verschleiß - damit müssen Sie leben - oder doch nicht?
B) Von Kopf bis Fuß - biologische Schmerztherapie
Referenten:

A) HP Matthias Mertler, Schwelm
B) HP Bernhard Deipenbrock, Schwelm
Termin:

09. September 2017
Zeit:

A) 9.00 - 12.00 Uhr und
B) 13.30 -16.00 Uhr
Tagungsort
Eden-Hotel Wolff, Arnulfstr. 4-8,
80335 München, direkt am Hauptbahnhof
Teilnahmegebühr:

Die Teilnahme ist für Mitglieder des BDHN e.V. kostenfrei!
Nichtmitglieder: € 50,-

Anspruch auf Einlass besteht für Nichtmitglieder nur, wenn noch Plätze frei sind!

Genauere Informationen zum Thema erhalten Sie auf unserer Internetseite unter: http://www.bdhn.de/ffbseptember17m.html

Bitte bringen Sie unbedingt Ihren Fachfortbildungsnachweis mit und kommen Sie rechtzeitig bis 8.45 Uhr.

Bis Samstag, 09. September 2017 grüßt Sie freundlich und kollegial

         Ihr BDHN  -  Vorstand

Fachfortbildung in Nürnberg

Sehr geehrtes Mitglied,

wir laden Sie zur nächsten monatlichen Fachfortbildungsveranstaltung ein.

Thema:
Schwermetallbelastung und ihre Auswirkungen auf die Zelle
Referent:

HP Carsten Jung, Nürnberg
Termin:

16. September 2017
Zeit:

09.00 - 12.00 Uhr und 13.30 - 16.00 Uhr
Tagungsort:

Meistersingerhalle, Münchener Straße 21,
90478 Nürnberg, Konferenzraum.
Teilnahmegebühr:

Die Teilnahme ist für Mitglieder des BDHN e.V. kostenfrei!
Nichtmitglieder: € 50,--

Anspruch auf Einlass besteht für Nichtmitglieder nur, wenn noch Plätze frei sind!

Genauere Informationen zum Thema erhalten Sie auf unserer Internetseite unter:
http://www.bdhn.de/ffbseptember17n.html oder bei Herrn Kolder Tel. 0911/5067928.

Bitte bringen Sie unbedingt Ihren Fachfortbildungsnachweis mit und kommen Sie rechtzeitig bis 8.45 Uhr.

Bis Samstag, 16. September 2017 grüßt Sie freundlich und kollegial

          Ihr BDHN  -  Vorstand