Bund Deutscher Heilpraktiker und
Naturheilkundiger e.V.

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30. April 2016
09.00 - 16.00 Uhr

Thema:

Liebe, Glück und Depression

und

Die Darm–Hirn–Achse

Referentin:

Dr. med. Marion Kraßnitzer-Geyer, Würzburg

 

Vortragsbeschreibung:

 

„Liebe, Glück und Depression“ – lässt diese Reihenfolge von Substantiven auf eine Sackgasse des Lebenslaufes schließen? Sind uns nur in einer frühen Phase unseres Lebens Glück und Liebe vergönnt? Droht uns letztlich – nahezu unabwendbar – die Depression?

 

Unzweifelhaft sind wir als Therapeuten nicht gefragt, wenn im Leben eines Menschen Glück und Liebe Einzug gehalten haben. Unsere therapeutischen Anstrengungen setzen ein, wenn der Patient/die Patientin unter Depression leidet.

 

Im therapeutischen Bereich bezieht sich dieser Beitrag überwiegend auf Probleme, die vor allem bei Frauen auftreten. Jede Hormonveränderung im Leben einer Frau (wie der Eintritt der Geschlechtsreife, eine Schwangerschaft, die post-partale Phase und das Klimakterium) kann einen Stimmungseinbruch oder sogar eine Depression auslösen.

 

Die schulmedizinische Behandlung solcher Probleme ist auf die Gabe von chemischen Antidepressiva und eventuell begleitender Psychotherapie fokussiert. Im naturheilkundlichen Bereich wird eine Regulationstherapie mit homöopathischen Konstitutionsmitteln, komplexhomöopathischen und spagyrischen Mitteln angewendet. Individuell herzustellen ist eine Autonosode als Körpersubstanzverdünnung von Homeda und Verabreichung derselben unter begleitender Gabe von homöopathisierten Hormonpräparaten.

 

Neben der Regulationstherapie, die noch die vorhandenen Reserven nutzt und anstößt, gibt es die Substitutionstherapie mit naturidentischen Hormonen, bevorzugt in homöopathischer Potenz D4 als Salbengrundlage. Die Dosierung der jeweiligen Hormone wird nach einer Speicheltesthormonbestimmung (zur Feststellung des Anteils der aktiven, biologisch frei verfügbaren Hormone) festgelegt.

 

Keine noch so exakte Laborbestimmung von Hormonwerten führt zur erfolgreichen Substitution eines bestimmten Hormons, ohne dass andere Hormone, die ebenfalls von der Hypophyse gesteuert werden, eine Beeinflussung erfahren. Es reicht beispielsweise nicht aus, bei einer Frau im Klimakterium, die unter starker beruflicher und privater Anspannung (mit Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen als Folge) bei erniedrigtem Progesteronspiegel leidet, nur diesen auszugleichen, um die Östrogendominanz zu brechen. Eine solche Frau wird nur dann langfristig in einen besseren Zustand geraten, wenn sie ihren stressinduzierten Cortisolspiegel senkt. Ansonsten geht das zuvor zugeführte Progesteron wirkungslos verloren.

 

Daneben ist es von elementarer Bedeutung, ein förderliches Behandlungssubstrat durch eine orthomolekulare Therapie zu schaffen. Man sollte immer berücksichtigen, dass trotz der mehr als ausreichenden Ernährung in den hochentwickelten Ländern ein Mangel an Vitaminen und Spurenelementen vorliegen kann. Vor allem Magnesium, Vitamin C, Vitamin E, B-Vitamine (Vitamin B5!), Vitamin D und Zink müssen in einem solchen Fall substituiert werden.

 

Bedingt durch die Darm-Hirn-Kommunikation, die vor allem den afferenten Anteil des Nervus vagus zur Informationsleitung nutzt, ist es für eine gute seelische Verfassung unabdingbar, dass das Mikrobiom im Darm gesund ist. Somit ist bei Fehlbesiedlung des Darmes die mikrobiologische Sanierung ein Therapeutikum bei depressiver Verstimmung bzw. Depression.

 

Aus diesen Ausführungen wird deutlich, dass es keine Sackgasse zur Depression gibt: Es existiert ein Kreisverkehr, der zurück zu einer positiven, ausgeglichenen Körper- und Gemütsverfassung führen kann. Die therapeutischen Möglichkeiten dafür sind uns gegeben.