Bund Deutscher Heilpraktiker und
Naturheilkundiger e.V.

Fachfortbildung Nürnberg

25. September 2010

9:00 - 16:00 Uhr

 

Thema:

Die Wechseljahre bei Frau und Mann

Die Pubertät - Zeit zwischen den Stühlen

Das Sportlerherz und dessen Folgen

Referent: HP Wolfgang Ebert, Iserlohn

 

 

Vortragsbeschreibung:

 

Wechseljahre

Die Wechseljahre bei der Frau und auch beim Mann, der in diesem Zusammenhang immer gerne von einer Midlife-Crisis spricht.

Was ist, wenn Hormone ihren Dienst einstellen? Ist die hormonelle Veränderung im Körper des Patienten wirklich eine Krankheit, die behandelt werden muss? Wie helfe ich meinen Patienten, die durch die Wechseljahre erhebliche Probleme im täglichen Leben haben? Wann ist eine Hormongabe sinnvoll und wieso auch der Mann in die Wechseljahre kommt und bei der Thematik berücksichtigt werden sollte.

Das Klimakterium bezeichnet bei der Frau die Jahre der hormonellen Umstellung vor und nach der Menopause mit dem Übergang von der reproduktiven zur postmenopausalen Phase. Diesen Zeitabschnitt bezeichnet man trivial auch als Wechseljahre.

Das Klimakterium ist wie die Pubertät ein natürlicher Abschnitt im Leben einer Frau und keine Krankheit. Es bedarf in der Regel keiner Behandlung, solange keine starken Beschwerden auftreten, die durch die hormonelle Umstellung verursacht werden.

Der Begriff „Klimakterium virile“ bezeichnet den Lebensabschnitt eines Mannes, in dem sein Testosteronspiegel rasch abnimmt. In diesem Lebensabschnitt, der Bestandteil des natürlichen Alterungsprozesses ist, treten häufig kritische psychosoziale Belastungen auf und die durchschnittliche sexuelle Aktivität ist rückläufig.

Ein Klimakterium virile, als Pendant zum eigentlichen Klimakterium der Frau, das eine hormonelle Umstellung in der Lebensmitte bezeichnet, gibt es eigentlich nicht, da im männlichen Körper zeitlebens vorwiegend männliche Geschlechtshormone vorhanden sind. Mit der letztlich gleichen Bedeutung wie „Klimakterium virile“ finden sich auch die Begriffe Midlife Crisis, Andropause, ADAM (Androgen Decline in the Aging Male, übersetzt: Androgenrückgang beim alternden Mann) oder PADAM (Partielles Androgen-Defizit des alternden Mannes) im Schriftgut.

Als typische Symptome gelten das Nachlassen der psychischen und physischen Leistungsfähigkeit, Schlafstörungen, Herzklopfen sowie eine Abnahme von Libido und Potenz; erektile Dysfunktionen können nicht nur psychogen, sondern auch durchblutungs- und nervenbedingt auftreten. In diesem Lebensabschnitt kommt es häufig zu kritischen psychosozialen Belastungen.

Beim Mann bleibt die Zeugungsfähigkeit zwar grundsätzlich bis ins hohe Alter erhalten, doch die Wahrscheinlichkeit, noch ausreichend fruchtbaren Samen zu produzieren und damit auch noch Nachkommen zeugen zu können, sinkt. Die Ejakulatmenge sinkt unter 2 ml, zusätzlich nimmt sein Gehalt an Fruktose und saurer Phosphatase ab.

Bei manchen Frauen beginnt bereits mit 40 Jahren das Klimakterium, wobei der Durchschnitt zwischen dem 45. bis 55. Lebensjahr liegt. Bei manchen Frauen beginnen die Wechseljahre erst mit dem 55. Lebensjahr. Mit 58 Jahren haben die meisten Frauen die Wechseljahre hinter sich gebracht. Wenn die Eierstöcke operativ entfernt werden, setzt das Klimakterium in aller Regel unmittelbar ein.

Man kann das Klimakterium in folgende Abschnitte einteilen:

 

  • Prämenopause, der Zeitraum zwischen dem 40. Lebensjahr und dem Auftreten von Ausfallerscheinungen oder unregelmäßigen Monatszyklen,
  • Menopause, der Zeitpunkt der letzten ovariell gesteuerten Menstruation,
  • Perimenopause, der Zeitraum zwischen der Prä- und Postmenopause,
  • Postmenopause, der Zeitraum von ca. 12Monaten nach der letzten spontanen Menstruation,
  • Klimakterium praecox, das vorzeitiges Einsetzen des Klimakteriums.

 

Das Klimakterium führt häufig zu Schwankungen im Menstruationszyklus: Die Blutungen werden stärker oder schwächer, die Abstände dazwischen kleiner oder größer, es kann zu Abständen von einigen Monaten kommen, bis die Blutung dann aufhört. Damit ist die Fruchtbarkeit der Frau beendet.

Die wichtigste hormonelle Änderung ist der Rückgang des Östrogens, das in den Eierstöcken gebildet wird und den Menstruationszyklus regelt. Beim Einsetzen des Klimakteriums sinkt der Östrogenspiegel drastisch ab.

Die zahlreichen Beschwerden, die während des Klimakteriums auftreten können, sollten unter dem Begriff klimakterisches Syndrom zusammengefasst werden.

Die häufigsten Beschwerden während der Wechseljahre sind Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Libidomangel, eine Atrophie der Scheidenhaut mit entsprechender Trockenheit, was zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, zu Scheidenentzündung und zu Blutungen führen kann. Insbesondere die nächtlichen Wallungen und Schweißausbrüche können zu Schlafstörungen führen, die wiederum psychische Veränderungen zur Folge haben können.

Weitere Beschwerden, die während der Wechseljahre auftreten können, sind Schwindel, vermehrte Ermüdbarkeit, Antriebslosigkeit, Palpitationen, Reizbarkeit, Aggressivität, Nervosität, erhöhte psychische Vulnerabilität, Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen, Verminderung des Selbstwertgefühls, Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwäche, Harninkontinenz, Harnröhrenentzündung, Blasenentzündung, Verstopfung, Durchfall, trockene Haut, trockene Schleimhäute von Mund, Augen und Nase, Herzbeschwerden, Gewichtszunahme, Gelenk- und Muskelschmerzen, Haarausfall am Kopf und verstärkter Haarwuchs im Gesicht, verlängerte Menstruation (bis zu vier Wochen). Viele dieser Beschwerden verschwinden nach dem Klimakterium wieder.

Zur Linderung der vegetativen Beschwerden, wie z. B. Hitzewallungen, genügt in vielen Fällen eine Behandlung mit Pflanzenpräparaten wie Traubensilberkerze oder Mönchspfeffer, regelmäßiger körperlicher Aktivität oder Entspannungstechniken wie Yoga.

Nutzen und Schaden einer lokalen oder systemischen Hormonbehandlung werden kontrovers diskutiert. Generell wird für die Hormonbehandlung keine Indikation außer einer kurzfristigen symptomatischen Linderung gesehen.

 

Midlife-Crisis

Mit dem Begriff Midlife Crisis meint man umgangssprachlich einen psychischen Zustand der Unsicherheit im Lebensabschnitt von ca. 30 bis Anfang 50 Jahren. Im Unterschied zu seelischen Erkrankungen im engeren Sinne besteht keine eindeutige Abgrenzung einerseits zum natürlichen, gesunden Seelenleben und andererseits zu spezifischen psychischen Störungen des Erwachsenenalters.

Als Anzeichen der Midlife Crisis werden sehr unterschiedliche Beschwerden benannt. Meist berichten die Betroffenen von Stimmungsschwankungen, Grübeleien, innerer Unsicherheit, Unzufriedenheit mit dem bisher Erreichten. Die Gefahr von Überschneidungen der Anzeichen einer Midlife-Crisis mit den Symptomen einer psychischen Erkrankung im eigentlichen Sinne ist dabei groß. Sofern sich aus den Belastungen keine psychische Erkrankung entwickelt, gehen die meisten Menschen aus diesem Lebensabschnitt mit dem Gefühl gestärkter innerer Reife und bewussterer Lebenshaltung hervor.

Als mögliche Ursache einer Midlife Crisis kann aber auch der nun deutlich wahrnehmbare körperliche Alterungsprozess in Frage kommen.

 

 

Die Pubertät, die Zeit zwischen den Stühlen.

Was ist, wenn die Hormone ihre Arbeit aufnehmen? Wann ist man noch Kind und wann ist man dann endlich erwachsen? Hier geht es um die körperliche und seelische Entwicklung, die nicht immer ganz einfach ist! Hier leiden nicht nur die direkt Beteiligten sondern auch alle anderen. Es ist die Zeit, in der die Vorentscheidung getroffen wird. Welche Probleme gibt es hier, was sind die typischen Krankheiten und wie kann man am besten mit ihnen umgehen.

 

Pubertät - das Leben ist eine Baustelle

Die Eltern sind doof, die Schule nervt, und das Leben ist fürchterlich anstrengend - gemeint ist die Zeit zwischen elf und 18 Jahren, auch Pubertät genannt. Für die Jungs und Mädchen gleicht das Leben dann einer Baustelle: Der Körper verändert sich mit jedem Tag ein bisschen mehr, und auch im Gehirn geht einiges durcheinander. Und als wäre das noch nicht genug, stürzt die erste Liebe die meisten Jugendlichen in ein tiefes Gefühlschaos.

Unter Pubertät (lat. „Mannbarkeit“) versteht man etwa seit dem 16. Jahrhundert den Teil der Adoleszenz, in welchem der entwicklungsphysiologische Verlauf der Geschlechtsreifung als Ziel die „Geschlechtreife“ im Sinne von Fortpflanzungsfähigkeit erreicht und im weiteren Verlauf auch zu einem ausgewachsenen Körper führt. Dieser Abschnitt des Lebens beginnt, wenn die Hirnanhangdrüse ein hormonelles Signal an den Körper sendet, in bestimmten Organen verstärkt Geschlechtshormone herzustellen und ebenfalls in das Blut auszuschütten. Bei Jungen ist es in erster Linie das Testosteron, bei Mädchen das Östrogen. Im Normalfall wird in unseren Breiten die Pubertät bei Mädchen zwischen dem 10. und 18. Lebensjahr und bei Jungen zwischen dem 12. und 20. Lebensjahr durchlaufen. In dieser Zeitspanne kommt es unter der deutlich erhöhten Konzentration der Geschlechtshormone dann bei beiden Geschlechtern zur vollständigen Ausprägung der sekundären Geschlechtsmerkmale, wie etwa der geschlechtsspezifischen Körperbehaarung. Bei Mädchen beginnt in der Pubertät die Menstruation und kurz danach die Bildung von befruchtungsfähigen Eizellen in den Eierstöcken, bei den Jungen die Spermienproduktion in den Hoden.

 

Testosteron (C19H28O2)

ist ein wichtiges Sexualhormon (Androgen), das bei beiden Geschlechtern vorkommt, sich dabei aber in Konzentration und Wirkungsweise bei Mann und Frau unterscheidet. Wie bei allen Androgenen besteht das Grundgerüst des Testosterons aus Androstan. Die Vorläufer des Testosterons sind die Gestagene bzw. das DHEA. Testosteron ist ein Kunstwort, das von „Testis“ und „Steroid“ abgeleitet ist. Bei Männern wird Testosteron zum größten Teil unter dem Einfluss des luteinisierendem Hormon in den Leydigschen Zwischenzellen im Hoden produziert. Die Nebennierenrinde bildet zwar kleine Mengen anderer Androgene, jedoch nur in sehr geringem Maße Testosteron. Bei Frauen produzieren die Eierstöcke und die Nebennierenrinde geringe Mengen an Testosteron. In der Biosynthese des Organismus ist das Cholesterol die Vorstufe bzw. das Progesteron ein Zwischenprodukt für die Testosteronsynthese.

Testosteron hat eine direkte Wirkung auf den Hoden. Es wird an ein Protein gebunden über das Blut auch zu vielen anderen Zielorganen transportiert, die Rezeptoren für dieses Hormon haben. Das Transportprotein heißt Sexualhormon-bindendes Globulin (SHBG). Testosteron bewirkt bei Männern in der Pubertät die Entwicklung des Penis, Hodensacks, der akzessorischen Geschlechtsdrüsen und der sekundären Geschlechtsmerkmale und sorgt bei Erwachsenen für die Aufrechterhaltung dieser Merkmale.

Außerhalb der Geschlechtsorgane fördert Testosteron das Wachstum der Körperbehaarung und der Barthaare – aber nicht der Kopfhauptbehaarung – und besitzt eine muskelaufbauende Wirkung. Des Weiteren verstärkt Testosteron die Knorpelneubildung, ähnlich wie Thyroxin. Ein hoher Testosteronspiegel fördert die Libido und generell Antrieb, Ausdauer und „Lebenslust“, sowie dominante und aggressive Verhaltensweisen.

Eine Überproduktion von Testosteron in der Nebennierenrinde kann beim Frauen eine Vermännlichung hervorrufen. Künstliche Testosteronzufuhr bei Frauen kann zu einer Vermännlichung (Stimme, Muskulatur, Gesichtszüge, Behaarung) und Vergrößerung der Klitoris führen, welche sich nach Absetzen mehr oder weniger zurückbildet.

 

Estrogene (Östrogene) Estradiol (C18H24O2)

auch Follikelhormone genannt, sind die wichtigsten weiblichen Sexualhormone aus der Klasse der Steroidhormone. Sie werden hauptsächlich in den Ovarien in Follikel und Gelbkörper, zu einem geringeren Teil auch in der Nebennierenrinde produziert. Während der Schwangerschaft werden die Estrogene auch in der Plazenta gebildet. Auch Männer produzieren im Hoden kleine Mengen an Estrogenen; zudem wird ein gewisser Teil des Testosterons im Fettgewebe durch ein Enzym, die sogenannte Aromatase, in Estrogene umgewandelt.

Estrogene entstehen durch die Umwandlung von männlichen Geschlechtshormonen. Hauptsächlich entsteht Estradiol durch Umwandlung von Testosteron. Die Umwandlung wird durch das Enzym Aromatase katalysiert.

Estrogene fördern das Wachstum der Vagina, der Gebärmutter, der Eierstöcke und der Eileiter sowie die Ausbildung sekundärer weiblicher Geschlechtsorgane. Estrogen fördert die Reifung einer befruchtungsfähigen Eizelle. Durch Estrogen wird die Gebärmutterschleimhaut gut durchblutet, der Muttermund öffnet sich und das Gebärmutterhalssekret wird durchlässig für Spermien. Estrogen signalisiert der Hypophyse die Eizellreife und löst damit indirekt den Eisprung aus. Die Konzentration der Estrogene ändert sich erheblich im Verlauf des weiblichen Zyklus. Gesteuert wird die Produktion von der Hypophyse über die Gonadotropine FSH und LH.

Estrogen wirkt physiologisch auch auf die Knochen durch Förderung des Epiphysenschlusses und Hemmung der Osteoklastentätigkeit; eine Verminderung des Östrogenspiegels im Blut kann zur Osteoporose führen. Estrogene haben auch eine stimulierende Wirkung auf das Immunsystem, sodass Estrogentherapien gelegentlich als Nebenwirkung die Aktivierung latenter Autoimmunerkrankungen haben. Ein Immunsystem, das nach Einnahme von Estrogen zur Aktivierung gebracht wird, greift vermehrt Erreger an und macht Frauen entsprechend anfällig. Hier wird häufig ein schwaches Immunsystem vermutet, das aber sicherlich dann nicht vorliegt! Zudem erhöht Estrogen im Hirn die Sensibilität für das Hören; ein verminderter Estrogenspiegel, etwa nach der Menopause, verschlechtert dagegen das Hörvermögen. Das Hormon ist essentiell für das Speichern von Gedächtnisinhalten von Geräuschen und Sprache.

Als Nebenwirkung von Estrogenpräparaten können systemischer Lupus erythematodes, Erythema nodosum, Pruritus und Erythema multiforme, alles Autoimmunreaktionen, auftreten. Estrogen kann negative Auswirkungen auf die Psyche haben.

Beim Mann kann ein erhöhter Estrogenspiegel zur Vergrößerung der Prostata und zu einer Verweiblichung führen.

 

Das Sportlerherz und dessen Folgen

Leistungssport und Medizin sind eigentlich Gegensätze! Wie man seine Grenzen erkennt und nicht nur der übertriebenen Leistung nachläuft. Das Herz, ein Organ, das Angst macht, auf das man sich verlassen können muss, das immer und stetig funktionieren muss und häufig Überbelastungen ausgesetzt wird. Kann das Herz seinen Aufgaben heute überhaupt noch nachkommen? Herz, Angst und Erfolge sowie Misserfolgen liegen sehr dicht beieinander. Wie gefährlich kann eine Erkrankung des Herzens wirklich sein? Was rate ich meinen Patienten? Wann muss ich an die Klinik abgeben? Gibt es Alternativen im biologischen Bereich?

 

Leistungssport

Unter Leistungssport versteht man das intensive Ausüben eines Sports mit dem Ziel, im Wettkampf eine hohe Leistung zu erzielen. Der Leistungssport unterscheidet sich vom Breitensport insbesondere durch den wesentlich höheren Zeitaufwand (in der Regel tägliches Training) sowie die Fokussierung auf den sportlichen Erfolg. Umgangssprachlich wird der Begriff Leistungssport oft mit Hochleistungssport (auch Spitzensport) gleichgesetzt. Die Ausübung des Hochleistungssports erfolgt in der Regel in einem von nationalen und internationalen Sportverbänden organisierten und strukturierten Wettkampfsystem. An der Spitze dieses Wettkampfsystems stehen Weltmeisterschaften und Weltcup-Serien sowie in vielen Sportarten die Olympischen Spiele.

Es gibt im Leistungssport einige wichtige Punkte, die bei allen Sportarten gleich sind und durch alle Altersklassen hindurch beachtet werden müssen. Diese stellen gewissermaßen die „Grundpfeiler“ dar und sind normalerweise unabdingbar, wenn ein optimaler Trainingseffekt erreicht werden soll:

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  • Die Ernährung sollte entsprechend dem absolvierten Training gestaltet sowie grundsätzlich ausgewogen und nährstoffreich sein. Je nach Trainingsziel: Aufbau von Muskulatur, Superkompensation, unmittelbare Wettkampfvorbereitung usw. kann die Zusammensetzung variiert werden daher können auch keine allgemeingültigen Anteile beispielsweise von Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten angegeben werden.
  • Regelmäßiges und häufiges Training, das etwa 5-14 Einheiten pro Woche umfasst und bei den meisten Sportarten von einem Trainer geplant und überwacht wird, ist unabdingbar.
  • Regelmäßige Trainingskontrollen in Form von (standardisierten) Leistungstests oder Testwettkämpfen ermöglichen eine Überprüfung der Wirksamkeit und Effizienz des Trainings.

 

Körperliche und auch seelische Entwicklungsschäden sind bekannte Risiken, wenn Kinder zu früh in den Leistungssport einsteigen.

Obwohl Sport, einschließlich Leistungssport, als gesundheitsfördernd gilt, können bei Missachtung verschiedener Faktoren Probleme auftreten, die sich unter Umständen erst nach Karriereende bemerkbar machen:

 

  • Durch Übertraining kann die Leistungsfähigkeit sinken.
  • Durch falsche Technik oder Bewegungsabläufe können Gelenke, Sehnen oder Muskeln Schaden nehmen (z. B. Tennisarm).
  • Unausgewogene (d. h. nicht an das Training angepasste) Ernährung kann zum Beispiel zu einem Mangel an Mineralstoffen (z. B. Eisenmangel) führen.

 

Besonders im Leistungssport ist es wegen der genannten Risiken wichtig, dass das Training, so weit wie möglich, von einem gut ausgebildeten Trainer überwacht und kontrolliert wird. Zu den essentiellen Ausbildungsinhalten gehören unter anderem:

 

  • Kenntnis der geeigneten Trainingsmittel
  • Kenntnis der wichtigsten sportwissenschaftlichen Erkenntnisse über die richtige Dosierung und Planung des Trainings
  • genaue Kenntnis der Bewegungsabläufe und häufiger Fehler im Bewegungsablauf
  • Kenntnis des systematischen Aufbaus des Trainings, um diese auszuschließen
  • Grundkenntnisse der Ernährungslehre
  • Kenntnisse altersbedingter Einschränkungen

 

Die Sportpsychologie versucht menschliches Verhalten, Handeln und Erleben von Personen im Praxisfeld Sport zu erfassen sowie den künftigen Verlauf vorherzusagen und in ethisch vertretbarer Weise zu beeinflussen. Besonders Spitzenathleten sehen sich vor großen Wettkämpfen einem enormen psychischen Druck ausgesetzt, so dass sie meistens auch sportpsychologisch betreut werden.

 

Athletenherz

Als Athletenherz oder Sportlerherz bezeichnet man in der Sportmedizin eine Vergrößerung des Herzens, maximal Verdoppelung, durch extremes körperliches Training wie beim Leistungssport oder insbesondere beim Ausdauersport.

Intensives körperliches Training führt zu einer Vermehrung der Muskelmasse (Muskelaufbau). Dies gilt nicht nur für die Skelettmuskulatur, sondern auch für den Herzmuskel. Diese Hypertrophie des Herzmuskels gilt als angemessene physiologische Antwort auf eine vermehrte Belastung. Die durch Sport herbeigeführte Herzvergrößerung bildet für den Sportler momentan nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen noch kein Gesundheitsrisiko.

Dauer und Art des körperlichen Trainings beeinflussen das Ausmaß der Veränderungen von Herzgröße und -struktur. Kurzzeittraining vermag zwar noch nicht die Größe des Herzens zu beeinflussen, wohl aber den maximalen Sauerstoffverbrauch und die submaximale Herzfrequenz zu verbessern. Langzeittraining hingegen erzeugt eine Vergrößerung der linken Herzkammer, die sich nach Beendigung des Trainings ohne jegliche schädlichen Auswirkungen vollständig zurückbildet. Spezielle Arten des Trainings determinieren zwar die strukturellen Veränderungen des Herzmuskels, aber das Ausmaß der Reaktion auf Training variiert individuell beträchtlich.

Dynamisch trainierende Sportler entwickeln eine exzentrische Herzmuskelhypertrophie. Die Wanddicken steigen ebenso wie das enddiastolische Volumen gering an, wodurch das Verhältnis von Volumen und Wanddicke der linken Herzkammer normal bleibt. Bei diesen Sportlern findet man außerdem häufiger mehrfache Herzklappeninsuffizienzen gleichzeitig, wahrscheinlich durch eine Dehnung der Ringe der AV-Klappen.

Im Gegensatz dazu bekommen Sportler mit einem isometrischen, also statischen Training eine konzentrische Herzmuskelhypertrophie, also eine gleichmäßige Wandverdickung aller Herzmuskelabschnitte der linken Herzkammer.

Bei der konzentrischen Hypertrophie tritt keine Veränderung der Dehnbarkeit (Compliance) der linken Herzkammer auf, anders aber bei Sportlern, die anabole Steroide einnehmen. In Studien konnte gezeigt werden, dass diese Dopingsubstanzen die normale physiologische Hypertrophie verändern und zu einer pathologischen "Versteifung" des Herzmuskels führen [5] [6]. Diese Verminderung der Dehnbarkeit (Compliance) der linken Herzkammer kann eine Vorstufe einer diastolischen Herzinsuffizienz darstellen.

Es gibt keine Hinweise, dass körperliches Training ein normales Herz schädigen kann. Ganz im Gegenteil führt Training zu einer verbesserten funktionellen Leistungsfähigkeit des Herzens mit größerem Schlagvolumen und Herzzeitvolumen. Darüber hinaus ist eine Verminderung der Sympathikusaktivität und vor allem eine Aktivierung des parasympathischen Nervensystems zu beobachten.

Oft ist es schwierig, physiologische Anpassungsvorgänge bei Sportlern von Veränderungen mit Krankheitswert zu unterscheiden, die bei Sportlern genauso häufig wie in der Normalbevölkerung vorkommen. Hierzu dienen die einfache körperliche Untersuchung und ergänzende apparative Untersuchungsmethoden. Bei der körperlichen Untersuchung von Leistungssportlern fällt eine Ruhebradykardie durch erhöhten Vagotonus und eine besonders ausgeprägte respiratorische Herzfrequenzvariation auf. Solange keine Beschwerden damit verbunden sind, können selbst so niedrige Herzfrequenzen wie 30 bis 40 Schläge pro Minute toleriert werden. Auffällig sind außerdem ein etwas verlagerter Herzspitzenstoß, ein dritter und vierter Herzton (besonders im Liegen), sowie systolische Herzgeräusche - alles normal bei Leistungssportlern.

 

Sport und Herzerkrankung

Auch beim Sportler kommen vorbestehende Herzerkrankungen wie in der Durchschnittsbevölkerung vor. Auch bei leichteren Erkrankungen des Herzens kann es unter Wettkampfbedingungen zu schweren Zwischenfällen kommen.

In sehr seltenen Fällen gibt es bei ausgeprägten Risikofaktoren wie starker Nikotinabusus, schwerer Fettstoffwechselstörung und v.a. entsprechender Vorgeschichte bei Familienangehörigen die koronare Herzkrankheit auch bei jüngeren Sportlern. Angina pectoris, Herzinfarkt und plötzlicher Herztod sind mögliche Folgen.

Ohne warnende Symptome tritt der plötzliche Herztod bei der hypertrophen Kardiomyopathie auf. Sie ist eine angeborene Erkrankung. Bei auffälligen EKG-Befunden, vorzeitigen unerwarteten und unklaren Todesfällen in der Familie und Synkopen muss nach dieser Erkrankung geforscht werden. Von dieser Erkrankung betroffenen Menschen dürfen keinen Leistungssport mehr ausüben.

Als wesentlich gefährlicher, aber in Mitteleuropa seltener, gilt die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie, eine angeborene Erkrankung, in deren Verlauf es zu einer fettigen Umbildung v.a. der rechten Herzkammer kommt, und die bei Sport tödliche Herzrhythmusstörungen hervorrufen kann. Leistungssportler mit Beinaheherztod müssen abtrainieren und bekommen einen Rhythmuswächter implantiert.

Nach fieberhaften banalen Infekten kann es zu einer Herzmuskelentzündung kommen. Bei körperlicher Belastung können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auftreten. Eine Folgeerkrankung stellt die dilatative Kardiomyopathie dar, die bei körperlicher Anstrengung tödliche Herzrhythmusstörungen zur Folge haben kann. Deshalb sollte bei Herzrhythmusstörungen unter Belastung und Herzbeschwerden nach Infektionskrankheiten eine längere Trainingspause eingehalten werden.

Angeborene Herzkrankheiten wie Anomalien der Herzkranzgefäße können bei Sportlern kritische Durchblutungsstörungen auslösen. Auch die Aortenstenose ist eine Risikoerkrankung für Sportler.

Hochgewachsene jugendliche Sportler, häufig Basketballer und Balletttänzer, können ein latentes Marfan-Syndrom haben und beim Sport eine Aortenruptur erleiden. Bei schlagartig einsetzenden und heftigen Herzschmerzen darf deshalb keine Zeit verloren werden, bis diese Verdachtsdiagnose notfallmäßig ausgeschlossen oder bestätigt werden kann.

Ionenkanaldefekte, die heute zu den primären Kardiomyopathien gerechnet werden, können bei körperlicher Belastung zu Herzrhythmusstörungen und plötzlichem Herztod führen.

Die Parameter, die einen Bezug zum Herzen haben sind, zum Teil mit den neuro-vegetativen Parametern identisch. So zähle ich folgende Parameter auch zum Herzen und dessen Erkrankungen:

 

  1. CK-gesamt und CK-MB, BNP
  2. LDH und HBDH
  3. GOT, GPT
  4. Cholesterin, HDL-Chol., LDL-Chol., Triglyceride, Homocystein, Lipoprotein (a)
  5. Eisen, Kupfer und der Fe/Cu-Quotienten
  6. Magnesium (Mg), anorganisches Phosphat (PO4), Zink (Zn).
  7. Großes Blutbild, Gerinnung

Die alternative Therapie auch in der Sportmedizin

  1. Diätetische Maßnahmen sind immer anratenswert; nur wer hält sich dran? Solange die Angst groß genug ist vielleicht, dann will man doch wieder leben und am ersten oder zweiten Herzinfarkt stirbt man doch eigentlich nicht!
  2. Die homöopathische Therapie ist immer sinnvoll, aber leider auch nicht immer hilfreich, da auch hier keine 100% gegeben werden kann. Homöopathika bei Herzerkrankungen sind:
    1. Gelsemium D4, D6, D12, D30
    2. Naja tripudians D12, D30
    3. Lachesis D12, D30
    4. Cactus grandifl. D1, D3, D6, D12, D30
    5. Phosphorus D12, D30
    6. Carbo veget. D12, D30
    7. Magnesium carb. D12, D30
    8. Scilla maritima D4
    9. Apocynum D1, D2
    10. Adonis vernalis D4
    11. Carduus marianus D2, D3
  3. Die Therapie mit Enzymen ist ergänzend immer empfehlenswert und kann als eine Art Blutverdünnungstherapie gewertet werden; man gibt entsprechend nach Schwere der Situation und nach Erfahrung folgende Enzympräparate (der Stärke nach geordnet):
    1. Unexym (Repha)
    2. Phlogenzym (mucos)
    3. regacym plus (Syxyl)
    4. Therazym (Köhler-Pharma)
  4. Die Therapie mit Glykosiden 2. Ordnung:
    1. Crataegutt (Schwabe)
    2. Strodival®  (Medapharm GmbH & Co.KG)
    3. strophactiv, homöopathisches g-Strophanthin (D4), frei erhältlich (Magnet-activ GmbH)
  5. Die Therapie mit Vitaminen und Spurenelementen kann ebenfalls hilfreich sein. Hier gilt die Devise: Wer nicht misst, macht Mist! Erst überprüfen, dann verordnen, dann wieder messen, dann neu verschreiben. Sinnvolle Präparate für das Herz können sein:
    1. Trophicard, Phosetamin, Calcium EAP, Unizink 50 (Köhler-Pharma)
    2. Vitamin B1 (Thiamin); es wird aber in aller Regel zu thiaminreicher Kost geraten mit viel Vollkornbrot, Erbsen und Hefeextrakten. Bewährt haben sich Bierhefetabletten,
    3. Vitamin E (Tokopherol) Vitamin-E-haltige Präparate gibt in großer Zahl. Beim Einsatz sollte darauf geachtet werden, dass das Präparat das natürliche D-α-Tokopherol enthält. Das synthetische D,L-α-Tokopherol weist nur ca. 75 % der Wirkung des natürlichen Vitamin E auf. Ich empfehle Vitacell 600 (Köhler-Pharma), 
    4. Coenzym Q10. Zur Substitution verordne ich aus Überzeugung, und weil die Einnahme relativ einfach ist, Cuvital (Köhler-Pharma) mit ein- bis zweimal täglich 1 Kapsel
  6. Die Injektionstherapie mit Eigenblut ist häufig gut und ergänzt vor allem die homöopathische orale Therapie; hier gibt man zum Eigenblut folgende Medikamenten:
    1. Cactus comp. (Heel)
    2. Hepar comp. (Heel), oder hepa-loges (loges)
    3. cor-loges (loges)
    4. Injectio antiasthmatica (Fides)
    5. Cor plus Injectopas (Pascoe)
    6. Coronar Homocent (Fides)
    7. Carbo comp. (Heel)
  1. Die Sauerstoff- bzw. Ozontherapie hilft dem Körper seine Hausaufgaben zu machen, zu entschlacken, auszuscheiden, neue Blutgefäße zu bilden, zu regenerieren, die Leber und die Nieren zu entlasten und neue Energien aufzubauen. Wenn der Patient allerdings nicht lernt, selber etwas zu tun, sein Leben zu verändern, wieder mal sportlich tätig zu sein, endlich das zu tun, was er schon immer tun wollte, dann wird das System wieder zusammenbrechen.